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Frequently Asked Questions

Ihre Fragen knapp beantwortet

Einstieg

Welche Services zum Forschungsdatenmanagement finde ich an meinem Forschungsstandort / in meiner Region?

An vielen Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen wurden bereits institutionelle Servicestellen für eine Beratung vor Ort eingerichtet. Eine Übersicht über die lokalen Angebote in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist auf den Seiten von forschungsdaten.org unter FDM-Kontakte aufgeführt.

Standortübergreifend gibt es zudem eine Reihe von kooperativen Aktivitäten zum Forschungsdatenmanagement in vielen Bundesländern.

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Grundlagen

Was genau sind meine Forschungsdaten? Was ist mit „Forschungsdaten“ gemeint?

Der Begriff Forschungsdaten umfasst alle digitalen Ergebnisse eines wissenschaftlichen Vorhabens (z. B. durch Messungen, Befragungen, Quellenarbeit entstandene Daten), die keine interpretative Text-Publikation (zum Beispiel Zeitschriftenartikel, Dissertation) darstellen. Kennzahlen, die über die Forschungsaktivitäten informieren, sind nicht Teil der Forschungsdaten an sich, können aber wichtig für die Nachnutzung der Daten sein.

Was umfasst das Konzept des Forschungsdatenmanagements?

Das Management von Forschungsdaten umfasst den gesamten Forschungszyklus von der Datenerhebung bis zur Langzeitarchivierung. Dabei sollen die Erzeugung von Forschungsdaten und der Umgang damit möglichst effizient organisiert und gesteuert werden. Dazu muss ein bedarfsorientierter Plan zum Forschungsdatenmanagement erarbeitet werden. Mithilfe eine Datenmanagementplans können Daten effektiv genutzt, nachgenutzt, veröffentlicht und archiviert werden.

↷ zum Artikel Wie beginnt Forschungsdatenmanagement (FDM)?

↷ zum Artikel Der Datenmangementplan

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Welche Vorteile bietet das Forschungsdatenmanagement für meine Forschungstätigkeit? Warum sollte ich mich damit befassen?

Mit Forschungsdatenmanagement sollte sich jede Wissenschaftlerin bzw. jeder Wissenschaftler befassen. Ein gutes Datenmanagement hilft, das gemeinsame Arbeiten mit Daten innerhalb eines Forschungsprojektes von Anfang an zu ermöglichen und zu strukturieren und die Daten vor Verlust zu schützen. Die Nachnutzung von bereits vorhandenen Daten kann die eigene Forschungstätigkeit befördern, die Bereitstellung der eigenen Daten wiederrum anderen Forscherinnen und Forschern weiterhelfen. Angaben zum geplanten Umgang mit den im Projekt erzeugten Daten sind darüber hinaus für Förderorganisationen zunehmend eine Voraussetzung für eine Förderung. Auch viele Verlage bzw. Fachzeitschriften bestehen auf der Verfügbarmachung von Daten, auf denen eine Publikation beruht.

↷ zum Artikel Wie beginnt Forschungsdatenmanagement (FDM)?

↷ zum Artikel Daten publizieren

↷ zum Artikel Förderrichtlinien

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Was versteht man unter dem Data Life Cycle / Daten-Lebenszyklus?

Ein Datenlebenszyklus ist ein Modell mit verschiedenen Stationen, die Forschungsdaten von der Erhebung bis hin zu ihrer Nachnutzung durchlaufen können. Datenerhaltung und Datenpflege spielen während aller Phasen eines Forschungsprojektes und darüber hinaus eine Rolle, und sollten in einem Datenmanagementplan berücksichtigt werden.

↷ zum Artikel Der Datenlebenszyklus

↷ zum Artikel Der Datenmangementplan

Was ist ein Datenmanagementplan (DMP)? Benötige ich einen DMP?

Der Datenmanagementplan, kurz DMP, ist ein formales Dokument, das den Umgang mit Forschungsdaten über den gesamten Lebenszyklus von Forschungsdaten, also während des Projekts und auch über die Projektlaufzeit hinaus, beschreibt. Ein DMP sollte im Idealfall schon bei der Beantragung, spätestens aber bei Projektstart erstellt und während der Projektlaufzeit stets aktualisiert werden. Hier sind die genauen Vorgaben der Fördergeber zu beachten. Ein DMP wird etwa im aktuellen Rahmenprogramm für Forschung und Innovation der Europäischen Union (Horizon Europe) gefordert. Dieser muss spätestens sechs Monate nach Projektstart eingereicht werden. Die DFG verlangt zwar keinen formalen DMP, aber Angaben über den Umgang mit Forschungsdaten. Anders schaut es in Österreich und in der Schweiz aus: Beim SNF wird in den meisten Förderinstrumenten ein DMP verlangt. Bereits bei Antrag muss ein Entwurf vorliegen, spätestens bei Projektabschluss ein endgültiger DMP. Beim FWF muss der DMP zusammen mit dem FWF-Fördervertrag für ein genehmigtes Projekt eingereicht werden.

Selbst ohne formale Vorgabe kann es sich lohnen, einen Datenmanagementplan zu erstellen. So können durch das systematische, schriftliche Festhalten von wichtigen Eckpunkten eventuelle Unklarheiten oder Lücken leichter erkannt werden.

 ↷ zum Artikel Der Datenmangementplan

↷ zum Artikel Förderrichtlinien

Wie erstelle ich einen Datenmanagementplan für mein Projekt?

Zur Erstellung eines Datenmanagementplan (DMP) hilft es schon bereits bei der Planung eines neuen Projekts sich zu überlegen, um was für Daten es sich handelt, und wie diese zukünftig verwendet werden sollen. Mithilfe eine DMP-Tools können weitere Schritte, die bei dem Management und der Nachnutzung von Forschungsdaten eine Rolle spielen, ergänzt werden. Weitere Informationen über freiverfügbare DMP-Tools sowie illustrative Beispiele mit den wesentlichen Hauptkriterien eines DMPs finden Sie im Artikel Der Datenmanagementplan.

↷ zum Artikel Der Datenmangementplan

↷ zum Artikel Förderrichtlinien

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Förderrichtlinien

Was sind die konkreten Anforderungen bezüglich Forschungsdatenmanagement bei der DFG-Antragstellung?

Der DFG Leitfaden für die Antragstellung beinhaltet unter Punkt 2.4 „Umgang mit den im Projekt erzielten Forschungsdaten“ folgenden Hinweis:

„Wenn aus Projektmitteln systematisch Forschungsdaten oder Informationen gewonnen werden, die für die Nachnutzung durch andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geeignet sind, legen Sie bitte dar, ob und auf welche Weise diese für andere zur Verfügung gestellt werden. Bitte berücksichtigen Sie dabei auch - sofern vorhanden - die in Ihrer Fachdisziplin existierenden Standards und die Angebote existierender Datenrepositorien oder Archive.“

„Steht die Nachnutzbarkeit der entstehenden Forschungsdaten in engem Zusammenhang mit Forschungsobjekten (Gewebe, Zelllinien, Installation, Materialien, Kunstgegenstände o.ä.) so bitten wir Sie, auch Angaben zur Aufbewahrung dieser Objekte im Antrag zu ergänzen.“

↷ zum Artikel Förderrichtlinien

Welche Kosten können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der DFG für das Forschungsdatenmanagement beantragten?

Laut den Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten der DFG können folgende Mittel beantragt werden:

„Projektspezifische Kosten, die im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts bei der Aufbereitung von Forschungsdaten für eine Anschlussnutzung bzw. für die Überführung von Forschungsdaten in existierende Infrastrukturen entstehen, können mit dem Antrag bei der DFG eingeworben werden. Ebenso können Mittel zur Finanzierung derjenigen Kosten eingeworben werden, die für die Nutzung einschlägiger Infrastrukturen entstehen. Gefördert werden können Personalkosten, projektspezifische Hard- und Software sowie Nutzungsgebühren.“

Weiterhin unterstützt die DFG Auf- und Ausbaus von Informationsinfrastrukturen im Programm Informationsinfrastrukturen für Forschungsdaten .

↷ zum Artikel Förderrichtlinien

↷ zum Artikel FDM-Budgetplanung

Wer fördert Forschungsdatenbereitstellung?

Die Bereitstellung von Forschungsdaten wird von deutschen Drittmittelgebern wie der DFG und dem BMBF gefördert, aber auch Projekte in Horizon Europe können Sachmittel zum Management der im Projekt erzeugten Forschungsdaten beantragen.

↷ zum Artikel Förderrichtlinien

Was sind die konkreten Anforderungen der Wissenschaftsförderer (bei der Antragstellung) an das langfristige Management und an die Zugänglichkeit von Forschungsdaten?

Internationale und nationale Forschungsförderinstitutionen verlangen verpflichtende Angaben zu einer Weiterverwendung bzw. Verwertung der Daten nach Abschluss des Projektes:

  • EU: Die Bereitstellung eines Datenmanagementplan ist zwar erst sechs Monate nach dem Projektbeginn erforderlich, doch im Antrag soll skiziert werden, wie mit den Daten umgegangen wird.
  • DFG: Angaben zum Umgang mit zu erhebenden Forschungsdaten sind empfehlenswert.
  • BMBF: Das BMBF erwartet einen „Verwertungsplan“. Darin sollen mitunter wissenschaftliche und/oder technische Nachnutzungsmöglichkeiten dargestellt werden.

Nähere Informationen finden Sie in dieser Übersicht über die Fördervorgaben.

Mithilfe der Suchmaschine SHERPA / JULIET der Universität Nottingham können Informationen zur Datenarchivierung von über 100 Forschungsförderern ermittelt werden.

↷ zum Artikel Förderrichtlinien

Was sind die konkreten Anforderungen der Verlage an das langfristige Management und an die Zugänglichkeit von Forschungsdaten?

Herausgebergremien und Verlage fordern verstärkt die offene Zugänglichkeit von wissenschaftlichen Daten im Zuge eine Publikation. Viele dieser Zeitschriften, insbesondere Open-Access-Zeitschriften, fördern häufig eine mögliche Nachnutzung der Daten. Dazu haben einige internationale Journale ihre eigene Forschungsdatenpolicy etabliert.

Informationen zu Copyright- und Archivierungsrichtlinien von wissenschaftlichen Zeitschriften und Verlagen können mithilfe der Suchmaschine SHERPA / RoMEO der Universität Nottingham ermittelt werden, die auch in der deutschsprachigen Version über das DINI-Portal verfügbar ist.

↷ zum Artikel Leitlinien und Policies

Was muss ich am Projektende beachten?

Mithilfe eines Datenmangementplans (DMP) oder eines Data Curation Profiles, die schon zu Beginn des Forschungsprojektes kontinuierlich genutzt wurden, sollten die Vorgaben des Forschungsförderers zu Projektende leicht zu erfüllen sein. Ein DMP erleichtert mitunter die Dokumentation bei Berichtspflichten. Wurde dagegen kein DMP erstellt, so  können die einzelnen Schritte eines DMPs helfen, Unklarheiten oder Lücken leichter zu erkennen und diese zu beheben.

↷ zum Artikel Der Datenmanagementplan

↷ zum Themenbereich Organisieren und Aufbereiten

↷ zum Themenbereich Rechte und Pflichten

↷ zum Themenbereich Veröffentlichen und Archivieren

↷ zum Themenbereich Finden und Nachnutzen

Welche Daten müssen aufbewahrt werden, welche nicht?

Eine Auswahl der zur Archivierung geeigneten Daten richtet sich zum Beispiel nach den Fördervorgaben, der Einzigartigkeit der Daten, der Datenqualität aber auch nach dem Nachnutzungspotential der Daten. Die potenziellen Wiederverwendungszwecke und die damit verbundenen Maßnahmen zur Datenvorbereitung zwecks Datenhinterlegung können leicht mithilfe einer Bewertungsliste ermittelt werden. Solch eine Liste hilft auch bei einer Abschätzung anfallender Kosten beim Forschungsdatenmangement.

↷ zum Artikel Auswählen und Bewerten

↷ zum Artikel FDM-Budgetplanung

↷ zum Themenbereich Rechte und Pflichten

Rechtliche Aspekte

Wer kann mir bei rechtlichen Fragen zum Forschungsdatenmanagement weiterhelfen?

Am besten wenden Sie sich, sofern vorhanden, an die Forschungsdatenreferenten Ihrer Universität. Die Ansprechpersonen helfen Ihnen weiter oder werden Sie, falls Sie mangels juristischer Expertise keinen rechtlichen Rat bieten können, an andere Stellen wie das Justiziariat oder den Datenschutzbeauftragten weitervermitteln.

↷ zum Themenbereich Rechte und Pflichten

Wem gehören die Forschungsdaten?

Die Frage nach den "Besitzverhältnissen" an Forschungsdaten lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern sollte in jedem Einzelfall geprüft werden. Ausschlaggebend sind nicht nur Inhalt und Erhebung der Daten, sondern auch die Struktur des Projekts und der Datenhaltung. Eigentumsrechte an Daten und Datenbanken ergeben sich primär aus dem Urheberrecht. Verbote in Bezug auf die Datennutzung können hingegen aus dem Datenschutzrecht, aber auch aus Abreden zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen folgen. Es ist ratsam, rechtliche Fragen bereits zu Anfang eines Projektes zu kären und notwendige Einwilligungen einzuholen. Es kan sinnvoll sein, dies ggf. auch vertraglich in einer Kooperationsvereinbarung zu regeln.

↷ zum Themenbereich Rechte und Pflichten

↷ zum Artikel Urheberrecht

Welche Lizenzen kann ich für die Veröffentlichung nutzen?

Ob Forschungsdaten urheberrechtlich geschützt sind, lässt sich pauschal kaum beantworten, sondern sollte für jedes Projekt gesondert geprüft werden. Indem Nutzungsrechte und -bedingungen klar benannt werden, kann eine Lizenzierung Unsicherheiten beseitigen. Bei der Wahl der Lizenz sollte man beachten, dass diese für Forschungsdaten geeignet und international kompatibel ist. Hier bieten sich offene Lizenzen wie bspw. eine der Creative Commons 4.0 Lizenzen an.

↷ zum Artikel Forschungsdaten veröffentlichen

↷ zum Artikel Creative Commons Lizenzen

Wann sollte ich meine Forschungsdaten lieber nicht veröffentlichen?

Vorsicht bei der Veröffentlichung von Forschungsdaten ist vor allem im Hinblick auf Urheberrechte Dritter und den Datenschutz geboten. Es kann auch aus ethischen Gründen notwendig sein, Vorsicht walten zu lassen:

  • Urheberrecht: Enthalten Forschungsdaten urheberrechtlich geschützte Inhalte oder wesentliche Teile einer Datenbank, an denen Dritten Rechte zustehen, dann ist die Publikation nur erlaubt, wenn die Einwilligung dieser Rechteinhaberinnen und -inhaber vorliegt bzw. eine gesetzliche Erlaubnis einschlägig ist (z.B. § 60d UrhG beim Archivieren von Forschungsdaten aus Text- und Data-Mining-Projekten).
  • Datenschutz: Wenn Forschungsdaten Informationen enthalten, die es erlauben, lebende Menschen zu identifizieren, muss für die Verarbeitung immer die Einwilligung der Betroffenen oder eine gesetzliche Erlaubnis vorliegen. Vor einer Veröffentlichung sollten die Daten soweit möglich anonymisiert werden. Sollen personenbezogene Daten in neuen Forschungsprojekten nachgenutzt werden, ist genau zu prüfen, ob diese Verwendung von der urspünglichen Einwilligung gedeckt ist.
  • Forschungsdaten sollten auch dann nicht veröffentlicht werden, wenn man die Forschungsergebnisse kommerziell verwerten möchte, z. B. über Patente, Lizenzierungen oder Ausgründungen. Auch wenn Industriepartner oder Geldgeber (etwa bei Auftragsforschung) Einschränkungen auferlegen, sollten Sie genau darauf achten, dass Sie die Vorgaben einhalten.

↷ zum Artikel Forschungsdaten veröffentlichen

↷ zum Artikel Recht und Forschungsdaten - Ein Überblick

Was darf ich mit den publizierten Forschungsdaten machen?

Über Nutzungsrechte und etwaige Einschränkungen gibt die Lizenz, unter der die Daten zur Verfügung gestellt werden Auskunft. Die Lizenzbestimmungen werden von derjenigen bzw. demjenigen festgelegt, der die Daten erhoben hat.

↷ zum Artikel Forschungsdaten veröffentlichen

Verwendung

Wo finde ich publizierte Forschungsdaten für mein Fach?

Für Forschungsdatenrepositorien gibt es verschiedene Portale, die über fach- und oder metadatenspezifische Suchmöglichkeiten verfügen. Diese Portale können nationale oder auch internationale Repositorien verzeichnen. So findet man auf den Seiten re3data.org oder auch WorldWideScience Sources internationale Repositorien.

↷ zum Artikel Repositorien

Wie werden Forschungsdaten zitiert?

Forschungsdaten werden vergleichbar zu Textpublikationen zitiert. Um langfristig der Zitation folgen zu können, ist es wichtig, dass Daten über einen Persistent Identifier verfügen. Dieser ermöglicht es, digitale Objekte eindeutig und dauerhaft unabhängig vom Speicherort zu identifizieren. Wie auch bei bibliographischen Angaben variieren die Zitationspraktiken je nach Fachbereich und Publikationsformat.

↷ zum Artikel Das Zitieren von Daten

Was darf ich mit den publizierten Forschungsdaten machen?

Über Nutzungsrechte und etwaige Einschränkungen gibt die Lizenz, unter der die Daten zur Verfügung gestellt werden Auskunft. Die Lizenzbestimmungen werden von derjenigen bzw. demjenigen festgelegt, der die Daten erhoben hat.

↷ zum Artikel Forschungsdaten veröffentlichen

Was bedeutet Nachnutzung von Forschungsdaten?

Von einer Nachnutzung spricht man, wenn bereits erhobene Forschungsdaten für spätere Forschungen im Rahmen anderer Projekte und/oder anderer wissenschaftlicher Fragestellungen verwendet werden. In welchem Umfang eine Nachnutzung möglich ist, wird durch die Lizenzbedingungen publizierter Daten festgelegt.

↷ zum Artikel Forschungsdaten veröffentlichen

Weshalb sollten Forschungsdaten archiviert werden?

Die Erhebung von Forschungsdaten ist üblicherweise arbeits-, zeit- und kostenintensiv. Die Archivierung von Forschungsdaten gewährleistet einerseits die Nachvollziehbarkeit von Forschungsergebnissen. Andererseits sind Forschungsdaten über die Projektlaufzeit hinaus eine wichtige Quelle, die im Zuge einer Nachnutzung für spätere Forschung von unschätzbarem Wert sind, vor allem dann, wenn es sich um nicht reproduzierbare Daten handelt. Die Archivierung von Forschungsdaten sehen viele Forschungsinstitutionen und Fördergeber als Teil der guten wissenschaftlichen Praxis an und unterstützen Projekte zum Teil auch finanziell bei dieser Aufgabe.

↷ zum Artikel Wie beginnt Forschungsdatenmanagement (FDM)?

↷ zum Artikel Repositorien

↷ zum Artikel Langzeitarchivierung

Wem gehören die Forschungsdaten?

Die Frage nach den "Besitzverhältnissen" an Forschungsdaten lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern sollte in jedem Einzelfall geprüft werden. Ausschlaggebend sind nicht nur Inhalt und Erhebung der Daten, sondern auch die Struktur des Projekts und der Datenhaltung. Eigentumsrechte an Daten und Datenbanken ergeben sich primär aus dem Urheberrecht. Verbote in Bezug auf die Datennutzung können hingegen aus dem Datenschutzrecht, aber auch aus Abreden zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen folgen. Es ist ratsam, rechtliche Fragen bereits zu Anfang eines Projektes zu kären und notwendige Einwilligungen einzuholen.

↷ zum Themenbereich Rechte und Pflichten

↷ zum Artikel Urheberrecht

Publikation

Was muss ich bei der Publikation von Forschungsdaten beachten?

Bei der Publikation von Forschungsdaten gibt es viele Aspekte, die bedacht werden sollten. Zunächst gilt es die zu veröffentlichenden Daten so aufzubereiten, dass diese in einem möglichst offenen und dauerhaften Dateiformat vorliegen. Generell kann man nach den F.A.I.R.-Prinzipien vorgehen, welche besagen, dass Datensätze auffindbar, zugänglich, interoperabel und nachnutzbar sein sollten. Dafür ist es wichtig, Datensätze mit einem persistenten Identifikator und Metadaten sowie einer geeigneten Nutzungslizenz  zu versehen. Sinnvoll ist es zudem, wenn die Daten- und Metadatenformate den Standards der Fachcommunity entsprechen. Der letzte und wichtigste Aspekt ist die Auswahl eines Datenjournals oder eines Repositoriums für die Datenpublikation.  Durch die Wahl eines geeigneten Repositoriums, werden die vorhergehenden Details vernünftig mitbestimmt.

↷ zum Themenbereich Veröffentlichen und Archivieren

↷ zum Artikel FAIRe Daten

Welche Möglichkeiten gibt es Forschungsdaten zu publizieren?

Zur Veröffentlichung von Forschungsdaten stehen Wissenschaftler/innen hauptsächlich zwei Wege zur Verfügung. Zum einen ist das die Möglichkeit der Selbstveröffentlichung in einem Repositorium oder zum anderen die Veröffentlichung in einem reinen Datenjournal. Zudem bieten mittlerweile auch einige Journale die Möglichkeit zu einem Paper gehörige Daten auf dem journaleigenen Datenrepositorium abzulegen.

↷ zum Artikel Repositorien

↷ zum Artikel Datenjournale

Welche Lizenzen kann ich für die Veröffentlichung meiner Daten nutzen?

Ob Forschungsdaten urheberrechtlich geschützt sind, lässt sich pauschal kaum beantworten, sondern sollte für jedes Projekt gesondert geprüft werden. Indem Nutzungsrechte und -bedingungen klar benannt werden, kann eine Lizenzierung Unsicherheiten beseitigen. Bei der Wahl der Lizenz sollte man beachten, dass diese für Forschungsdaten geeignet und international kompatibel ist. Hier bieten sich offene Lizenzen wie bspw. eine der Creative Commons 4.0 Lizenzen an.

↷ zum Artikel Forschungsdaten veröffentlichen

↷ zum Artikel Creative Commons Lizenzen

Ich habe die Arbeit mit meinen Daten noch nicht abgeschlossen. Wenn ich meine Daten veröffentliche, besteht die Gefahr, dass andere mir mit diesen weiterführenden Analysen zuvorkommen. Was kann ich tun?

 In einem solchen Fall besteht die Möglichkeit, die Daten mit einer Embargofrist zu versehen. Dies bedeutet, dass der Datensatz zwar bereits in einem Repositorium sichtbar, aber für einen gewissen Zeitraum nicht zugänglich ist. Dies wird von vielen Drittmittelgebern akzeptiert. Die Länge der akzeptierten Embargofrist kann jedoch von Fachgebiet zu Fachgebiet variieren.

↷ zum Artikel Repositorien

↷ zum Artikel Datenjournale

↷ zum Artikel Daten publizieren

↷ zum Artikel Rechtssichere Nachnutzung von Forschungsdaten(-banken)

Bedeutet Datenpublikation, dass jeder uneingeschränkten Zugriff auf meine Daten erhält?

Nein. Dies bleibt jeder Datenautorin und jedem Datenautor selbst überlassen, es sei denn  Open Access ist verpflichtender Teil der Projektförderungsvereinbarung. Auch wenn man sich für Open Access entscheidet, gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Zugriff zu regeln. So gibt es bspw. bei vielen Datenjournalen oder Repositorien Embargoregelungen, die der Datenautorin bzw. dem Datenautor Zeit geben sollen, um alle vorgesehenen Analysen an den eigenen Daten durchzuführen, bevor diese veröffentlicht werden. Zudem bieten einige Datenrepositorien die Möglichkeit, den Zugang zu den eigenen Daten auf bestimmte Nutzergruppen zu beschränken oder diese nur auf Anfrage herauszugeben.

↷ zum Artikel Open Data, Open Access und Nachnutzung

Wann sollte ich meine Forschungsdaten lieber nicht veröffentlichen?

Vorsicht bei der Veröffentlichung von Forschungsdaten ist vor allem im Hinblick auf Urheberrechte Dritter und den Datenschutz geboten. Es kann auch aus ethischen Gründen notwendig sein, Vorsicht walten zu lassen:

  • Urheberrecht: Enthalten Forschungsdaten urheberrechtlich geschützte Inhalte oder wesentliche Teile einer Datenbank, an denen Dritten Rechte zustehen, dann ist die Publikation nur erlaubt, wenn die Einwilligung dieser Rechteinhaberinnen und -inhaber vorliegt bzw. eine gesetzliche Erlaubnis einschlägig ist (z.B. § 60d UrhG beim Archivieren von Forschungsdaten aus Text- und Data-Mining-Projekten).
  • Datenschutz: Wenn Forschungsdaten Informationen enthalten, die es erlauben, lebende Menschen zu identifizieren, muss für die Verarbeitung immer die Einwilligung der Betroffenen oder eine gesetzliche Erlaubnis vorliegen. Vor einer Veröffentlichung sollten die Daten soweit möglich anonymisiert werden. Sollen personenbezogene Daten in neuen Forschungsprojekten nachgenutzt werden, ist genau zu prüfen, ob diese Verwendung von der urspünglichen Einwilligung gedeckt ist.
  • Forschungsdaten sollten auch dann nicht veröffentlicht werden, wenn man die Forschungsergebnisse kommerziell verwerten möchte, z. B. über Patente, Lizenzierungen oder Ausgründungen. Auch wenn Industriepartner oder Geldgeber (etwa bei Auftragsforschung) Einschränkungen auferlegen, sollten Sie genau darauf achten, dass Sie die Vorgaben einhalten.

↷ zum Artikel Forschungsdaten veröffentlichen

↷ zum Artikel Recht und Forschungsdaten - Ein Überblick

Was sind Persistent Identifier / persistente Identifikatoren (PID)?

Als Persistent Identifier versteht man im Forschungsdatenmanagement einen dauerhaften (persistenten), digitalen Identifikator, bestehend aus Ziffern und/oder alphanumerischen Zeichen, welcher einem Datensatz (oder einem anderen digitalen Objekt) zugeordnet wird und direkt auf diesen verweist.

↷ zum Artikel Persistente Identifikatoren

Wie beurteile ich Repositorien für Forschungsdaten? Was sind die Kritierien für die Auswahl?

Als Indikator für die Qualität eines Repositoriums und der darin gespeicherten Daten gilt der Erwerb und Nachweis eines Zertifikats (z.B. das CoreTrustSeal oder das nestor-Siegel). Der Dienst Registry of Research Data Repositories re3data.org listet eine Vielzahl international existierende, anerkannte Repositorien auf, die vor der Aufnahme in das Verzeichnis auf die Einhaltung von Mindeststandards geprüft werden. Darüber hinaus weißt das Verzeichnis für jedes aufgenommene Repositorium besondere Qualitätskriterien (z.B. Vergabe von persistenten Identifikatoren, erworbene Zertifikate, aufgestellte Richtlinien) gesondert aus.

↷ zum Artikel Repositorien

↷ zum Artikel Daten publizieren

↷ zum Artikel Gute wissenschaftliche Praxis und FDM

Kann ich den gleichen Datensatz in zwei verschiedenen Repositorien veröffentlichen? Mit ein und demselben Identifier?

Ja, dies ist möglich. Beachten Sie aber, dass in vielen Repositorien persistente Identifikatoren wie z.B. DOI’s automatisch vergeben werden. Um die Referenzierbarkeit zu gewährleisten, sollten Sie den Identifier, der dem Datensatz bei der erstmaligen Veröffentlichung in einem Repositorium zugewiesen wurde, bei der zweiten Veröffentlichung in die bibliographischen Metadaten eintragen.

↷ zum Artikel Persistente Identifikatoren

↷ zum Artikel Bibliographische Metadaten

Nachnutzung

Was sind Metadaten und wozu brauche ich sie?

Mit Metadaten werden zusätzliche standardisierte Informationen zu Primärdaten, einem Datensatz bzw. einem Objekt, gegeben, die einen beschreibenden bzw. erklärenden Charakter haben, und somit das Verständnis der Primärdaten verbessern und eine Nachnutzung der Daten erleichtern.

Die meist genutzten Metadaten sind vermutlich bibliographische Metadaten. Außerdem gibt es eine Vielzahl an fachspezifischen Metadaten, die am Gegenstand und den Eigenheiten eines Faches ausgerichtet sind.

↷ zum Artikel Metadaten und Metadatenstandards 

↷ zum Artikel Bibliographische Metadaten

Welche Metadaten sind für mein Fachgebiet relevant?

Aufgrund der Fülle von Fachgebieten ist diese Frage kaum zu beantworten. Unabhängig vom Fachgebiet sind natürlich bibliographische Metadaten relevant. Darüber hinaus sollte angegeben sein, woher die Daten kommen und wie man sie verstehen und nachnutzen, also für eigenen Forschungsvorhaben verwenden kann.

Sehr viele Disziplinen und/oder Fächer haben bereits gut dokumentierte Metadatenstandards entwickelt, an denen man sich gut orientieren kann.

↷ zum Artikel Metadaten und Metadatenstandards 

Welche Dateiformate sind für die Archivierung und Nachnutzung von Daten geeignet?

Es empfiehlt sich, Daten in offenen bzw. nicht-proprietären Dateiformaten zu speichern, weil die Daten so von verschiedenen Programmen les- und bearbeitbar sind. Die meisten offenen Dateiformate werden in der IT bereits seit Jahrzehnten ohne Komplikationen verwendet.

Sollten die Daten in einem proprietären Format – also in einem meist nicht quelloffenen Format – bearbeitet worden sein, ist es für eine Nachnutzung oder Langzeitarchivierung mitunter besser, die Daten (zusätzlich) in ein offenes Format zu konvertieren, selbst wenn dies zu partiellem Datenverlust führen kann. 

↷ zum Artikel Formate erhalten

Wo kann ich herausfinden, ob die veröffentlichten Datensätze bereits von einem anderen Forschenden nachgenutzt werden?

Viele Repositorien (Datenbanken) wie zum Beispiel Zenodo führen solche Statistiken. Diese Information findet man dann auf der Webseite des Datensatzes.

↷ zum Artikel Repositorien