E. Böker / CC BY 4.0

NFDI

Nationale Forschungsdateninfrastruktur

E. Böker /  CC BY 4.0

Daten sind die Grundlage einer zunehmend digitalen Wissenschaft. Digitale Methoden in der Erhebung, Auswertung und Verknüpfung von Daten bieten große Chancen für die Forschung und tragen immer stärker zum Erkenntnisgewinn bei. Großes Potential liegt auch in der Nachnutzung von Daten, das jedoch oft ungenutzt bleibt, da Daten nicht ausreichend erschlossen sind oder unzugänglich sind. 

Der Umgang mit den Daten ist komplex und macht fachspezifische Herangehensweisen aufgrund der Heterogenität von Forschungsprozessen und -daten unumgänglich. Deshalb gibt es keine Einheitslösungen und nur die Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftler selbst können Antworten finden, wie geeignete Infrastrukturen und Dienste aussehen, um den unterschiedlichen Anforderungen der Fachdomänen gerecht zu werden.

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Aufbau einer nachhaltigen Struktur für das Forschungsdatenmanagement 

Die Relevanz der Daten als Basis für zukunftsfähige Wissenschaft und die Schwierigkeit einer einheitlichen, fachübergreifenden Lösung, wurde auch von der Politik erkannt. Beauftragt durch die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat der Rat für Informationsinfrastrukturen daher 2016 den Aufbau einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) vorgeschlagen. Finanziert durch Bund und Länder entsteht diese derzeit als bundesweit verteiltes Kompetenz- und Infrastrukturnetzwerk, das die Bereitstellung und Erschließung von Forschungsdaten für die Wissenschaft sicherstellen soll. Dies beinhaltet nicht nur die bloße Speicherung von Daten, sondern die Definition von Standards für ganze Fachdomänen, die zu neue Auswertungsmöglichkeiten von Daten sowie ihrer (fachübergreifenden) Nachnutzung führen sollen. Im Rahmen der NFDI sollen nachhaltige Strukturen für FDM entstehen, die die Problematik disparater und oft nur projektförmig finanzierter Initiativen adressieren und so Wissenschaft und Infrastruktur zusammenführen. Kritisch für das Gelingen der NFDI werden aber nicht allein neue Standards, verteilte Infrastruktur und technischen Lösungen sein, sondern ein Kulturwandel, der den fairen Umgang mit Daten deutlich aufwertet.

Entstehung der NFDI

Unter dem Dach eines zentralen Direktorats wird die NFDI von eigenständigen Fachkonsortien gebildet, die aus Wissenschaft und Informationsinfrastruktureinrichtungen, bzw. aus Nutzerinnen und Nutzern sowie Anbieterinnen und Anbietern von Forschungsdaten zusammengesetzt sind. Diese NFDI-Konsortien finden sich bereits seit 2017 zusammen, um innerhalb der jeweiligen Community Bedarfe zu klären, Standards zu diskutieren, Diensteportfolios zu entwickeln, eine Governance-Struktur zu bilden und die gemeinsame Antragstellung vorzubereiten. 

In drei von der DFG koordinierten Ausschreibungsrunden sollen bis zu 30 Konsortien mit insgesamt bis zu 85 Millionen Euro pro Jahr für zunächst fünf Jahre mit möglicher Verlängerung um weitere fünf Jahre gefördert werden. Die ersten Förderentscheidungen traf die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) am 26. Juni 2020.

Neun Konsortien bekamen einen Förderbescheid. Überblick über die geförderten Konsortien der ersten Runde. Zehn Konsortien werden in der zweiten Runde gefördert, wie die GWK am 2. Juli 2021 mitteilte.